Da fahre ich letzten Freitag mit der S-Bahn von München nach Hause und was sehe ich? Im Abstand von ein paar Metern hängen an der Decke verdunkelte Kamera-Glaskugeln. Wohl ein Überwachungs-Express zur Wiesn. Das im Zug 16 Kameras das Geschehen aufzeichnen, wird übrigens außen auf dem Zug neben dem Symbol für die 2. Klasse und dem Nichtraucher-Piktogramm gekennzeichnet, innerhalb des Wagons konnte ich allerdings keine Informationen zu den Kameras finden, obwohl die vorhanden sein sollen. Also muss man wohl selber recherchieren …
Ein brutaler Überfall auf ein paar Rentner in einer Münchner U-Bahn hatte ja bereits eine hitzige Debatte über Sicherheit in S- und U-Bahnen sowie Jugendkriminalität entfacht. Da die Täter schließlich mit Hilfe einer Videoaufnahmen überführt werde konnten, war auch ein ideales Argument für mehr Überwachung geboren.
Nun hat die Bahn als Vorreiter dreizehn Münchner S-Bahnen mit jeweils 16 schwenkbare Videokameras ausgestattet Ende Juni in Betrieb genommen. Diese fahren jetzt zum Test auf der Strecke der S4 zwischen Ebersberg und Mammendorf. Bis zum Ende des Jahres sollen weitere 92 folgenden, so dass dann 44 % der Münchner S-Bahn-Triebwagen auf allen Linien mit den tennisballgroßen, schwarzen Geräten ausgestattet sind. Das ganze hat Bahn und Freistaat rund 4,5 Millionen Euro gekostet. Außerdem zahlen auch die Fahrgäste 0,4 Cent je Einzelfahrschein mit.
Gespeichert wird das Videomaterial rund 72 Stunden, danach verschwinden die Daten automatisch von den Festplatten, sofern keine Straftat gemeldet wurde. Live betrachtet dürfen sie hingegen nicht. Wobei es bei der Maßnahme nicht nur um die Aufklärung, sondern auch um die Abschreckung potenzieller Täter geht.
Nicht nur die S-Bahnen, auch die U-Bahnen, Tram und Busse sollen Kameras bekommen. So fahren bereits jetzt Testfahrzeuge und 23 Busse sind schon damit ausgestattet, über hundert sollen noch kommen.
Egal was man nun davon hält, angenehm ist der Anblick der haufenweise schwarzen Klumpen an der Decke und das Gefühl, überwacht zu werden, jedoch nicht.
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Die Demonstration Freiheit Weiß-Blau in München, welche sich gegen Überwachung richtet, und der Start des Münchner Oktoberfestes ist am selben Tag, dem 20. September 2008. Na, dass kann ja lustig werden …
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Aber nicht nur Google hat einen neuen Browser herausgebracht, nein auch Mozilla schläft nicht. Neu aus dem Mozilla Lab ist das Firefox-Addon Mozilla Ubiquity. Eine Art Kommandozeile für den Firefox, mit der man markierten Text verarbeiten kann.
So kann man beispielsweise eine Anschrift markieren und mit dem Befehl „map“ passend dazu eine Karte von Google Maps einfügen, auf der das Ziel markiert ist. Oder mehrere Anschriften auf einer Webseite markieren und sie alle schön mit „map-these“ auf der Karte anzeigen lassen. Oder mal eben einen Kalendereintrag machen mit „add Treffen mit Max um 14:30 Uhr“. Oder schnell mal einen Text übersetzen, ein Blogeintrag machen, eine Definition nachschlagen, einen Artikel passend zum Artikel in der Wikipedia öffnen, mal eben eine E-Mail schreiben usw.
Das ganze ist noch im Alpha-Stadium, bietet aber jetzt schon viele Möglichkeiten und lässt sich sehr einfach erweitern. Wer will, kann sich aber schon jetzt ein schönes Video dazu ansehen oder testweise installieren.
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Google Chrome ist ein Open-Source-Webbrowser, programmiert von Google, der seit letzten Dienstag in einer Beta-Version zum Download bereit steht, bis jetzt allerdings nur für Windows. Der von Browser ist von Grund auf selbst gebaut, lediglich die quelloffene HTML-Render-Bibliothek WebKit wird, wie auch bei Safari, verwendet. Für den Browser wurde eine eigenen JavaScript-Engine namens V8 programmiert, welche alle anderen Engines anderer aktueller Browser um einiges in Punkto Geschwindigkeit übertrifft.
Der Browser hat eine etwas andere Oberfläche. Die Tableiste wird nicht mehr unter der Adressleiste und somit direkt über der ausgewählten Internetseite, sondern über der Adressleiste direkt unter der Titelleiste von Google Chrome angezeigt. Die Tabs kann man auch wie bei Opera oder Safari beliebig anordnen oder aus der Leiste herausziehen und somit ein neues Browserfenster anlegen.
Des weiteren gibt es keine Suchleiste mehr, es gibt nur noch die Omnibox, ein Eingabefeld für alles. Man gibt einfach die gewünschte Suchbegriffe ein und dann werden Vorschläge von Google angezeigt. So werden z.B. häufige Suchanfragen zu den Wörtern, beliebte Webseiten und bereits besuchte Seiten vorgeschlagen. Auch wenn man einen Begriff noch nicht vollständig eingegeben hat, versucht Google die Buchstaben zu ergänzen. Alternativ kann auch einfach einen Internetadresse eingeben. Außerdem bekommt man beim öffnen eines neuen Tabs eine von Opera bekannte Übersichtsseite angezeigt, auf der man die Screenshots und Links von eigens ausgewählten Seiten sowie eine Google-Suche angezeigt bekommt. Desweiteren kann man mit dem Browser Verknüpfungen von Webanwendungen wie Google Mail auf den Desktop anlegen und starten, wie wenn es eine Desktop-Applikation wäre, wie es von XULRunner und Adobe Air bekannt ist.
Interessant ist das neue Konzept von Google, das jedes Tab ein eigener Task ist und nicht der ganze Browser ein einziges. So kann es vorkommen, dass ein Tab mal abstürzt, ohne das der ganze Browser hängen bleibt. Auch kann man solche Tabs einfach über einen eingebauten Taskmanager beenden. Auch kann man ein Inkognito-Fenster öffnen und alle darin eingegebenen Informationen wie besuchte Seiten oder Formularinhalte werden von Google Chrome nicht gespeichert. Außerdem bringt der Webbrowser einen Phishing- und Malwareschutz mit, indem er bei verdächtigen Seiten warnt. Wie von Firefox 3 bekannt kann man die aktuelle Seite auch mit einem Klick zu den Favoriten hinzufügen und statt eines aufwändigen Downloadfensters wird jeder Download einfach als Button in unten in einer Art Statusleiste angezeigt. Google Gears ist auch direkt mit dabei und für Webentwickler dürfte das Inspector-Tool zum untersuchen von Webseitenelementen interessant sein. Die ganzen technischen Features gibt es auch nochmal schön in einem Comic erklärt von Google.
In Sachen Sicherheit stehts aber mit Google Chrome noch nicht so gut. Nicht nur, dass Google wieder mal schamlos versucht seine Benutzer auszuspionieren, denn alle Eingaben in die Adressleiste und alle Webseiten werden selbstverständlich gespeichert. Nein, auch jetzt schon sind einige Sicherheitslücken entdeckt worden, so kann man beispielsweise dem Benutzer eine Schadsoftware unterjubeln und den ganzen Browser, was ja laut Google eigentlich nicht vorkommen sollte, abstürzen lassen.
Fazit: Mal abgesehen davon, dass es bis jetzt nur eine Windows-Version gibt, würde ich Google Chrome nicht auf meinen Computer lassen. Es gibt ja auch, zu Recht, genügend Benutzer, die Google Desktop nicht über den Weg trauen. Auch scheint die Software allgemein noch nicht ganz ausgereift zu sein. Positiv am Projekt ist aber, dass es quelloffen ist und es somit zum einen irgendwann mal eine gesäuberte Version ohne Datenkrake davon geben könnte und zum anderen andere Browser sich beispielsweise die JavaScript-Engine abschauen können.
Update (25.09.2008): Wie vorhergesagt gibt es jetzt ein bereinigtes Google Chrome auf der Basis von Chromium, dem freien Quellcode des Browsers, mit dem Namen „SRWare Iron“.
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Die Geschichte klingt verrückt, doch ist sie echt. Sie handelt von einem Schüler an meiner Schule, den ich über ein paar Ecken selber kenne. Darauf gekommen bin ich erst durch einen Artikel im SZ-Magazin (Heft 20/2008) zum Thema Schulverweise, wo sein Name kurz erwähnt wird.
Es ist der Tag des Bücherflohmarktes am Gymnasium Grafing. Gerade sitzen Simon R., Dominik S. und Marinus T. im Schulunterricht bei Frau Hes., als Vertretung. Der Flohmarkt beginnt erst nach der Pause. Die Lehrerin schlug vor, man könnte die Zeit doch nutzen, um die zum Verkauf mitgebrachten Bücher vorzustellen und vorzulesen. So meldete sich Dominik, frech wie er ist, und schlägt das Buch „Onanieren für Profis“ vor, welches er zum gestrigen Geburtstag von Simon bekommen hatte und er zum herzeigen mitgenommen hatte. Für die tugendhafte Lehrkraft natürlich eine Schande, die sofort beim Direktor, Herrn Harald P., gemeldet werden muss. So sitzen also wenig später die drei Schüler vor dem Schulleiter und mussten sich anhören, was für eine Schande das sei: „Wenn wir solche Bücher an unsere Schule verkaufen, kommt es an die Öffentlichkeit und dann hat unsere Schule einen schlechten Ruf, weil es sehr schlimm ist, wenn Fünftklässler solche Bücher sehen.“ (sinngemäß) Anschließen zerreißt er das Buch im Wert von 20 Euro demonstrativ vor den Augen der Schüler. Es gab dann noch einen Verweis wegen kindischen und albernen Verhalten und es wurde gedroht, wenn sie diesen Vorfall weiter erzählen, würden die Eltern darüber informiert werden. Das waren diese aber durch ihre Söhne sowieso schon. Simons Mutter sieht das ganze so: „Ich finde Verweise lächerlich. Wenn es Probleme gibt, muss man das heute anders regeln.“
Das ganze ist nun schon ein paar Jahre her. In seinem Blog regt Simon sich noch ein wenig über das ja sonst so tolerante und aufgeklärte Land auf. Schon zu Recht, natürlich. Und man sollte nicht vergessen: Über 90 Prozent der Männer und ungefähr 80 Prozent der Frauen regelmäßig. Und interessant ist auch, dass Herr P., der als Schulleiter immerhin genügend Zeit findet, mehrere Bücher im Jahr zu schreiben und im Unterricht, also während seiner Arbeitszeit, vorzustellen, selbst mit „Im Schatten des schwarzen Todes“ ein „Softporno“ geschrieben haben soll.
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